Bodenaufbereitung im Winter.

Bodenaufbereitung im Winter.

Gewächshaus, Balkon, Hochbeet oder Garten.

Der Hauptbestandteil der Herbstarbeit ist das Aufräumen. Nach dem Ernten des letzten Gemüses werden die übriggebliebenen Pflanzenbestandteile kompostiert. Nur gesunde Grünteile kommen in den Umlauf. Alles, was krank ist, kommt in die Biotonne und wird entsorgt.

Aber warum bleibt das nicht einfach liegen und wir überlassen die Arbeit der Natur? Die Antwort ist ganz einfach. Es sind Geschenke. Geschenke, die uns und unserem Garten dienen dürfen. Die Mehrheit der Gartenfreunde macht sich diese Mühe aus ästhetischen Gründen, so wie ein Frühjahrsputz zuhause, nur eben im Garten. Doch ist es viel mehr als nur Aufräumen.

Wirft man das ganze Pflanzenmaterial auf einen Haufen, kommt da so einiges zusammen und genau das ist perfekt, um neuen Boden zu erschaffen. Warum im Herbst? Weil der Boden im Winter Ruhe hat und die in ihm lebenden Organismen mit dem aufgebrachten Material langsam alles zu Erde verarbeiten können. Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Bodenvorbereitung, die hier in Kurzform dargestellt werden.

Die erste Methode ist die Kompostierung. Der Komposthaufen wird angelegt. In Abhängigkeit vom verwendeten Material kann er ein bis zwei Jahre „reifen“ − damit er dann im Frühjahr auf die frostfreie Fläche aufgebracht werden kann. Das Ganze ist sehr schweißtreibend, da der Kompost nun mit der Erde vermischt werden muss. Dabei wird jedoch das Gefüge des dort schon bestehenden Lebensraumes komplett durcheinandergeworfen und alle Organismen müssen sich neu ordnen.

Die zweite Methode besteht aus dem Ausbringen des gesammelten Materials direkt in Schichten auf den Boden in unserem Garten. Es ist ein Naturereignis, welches im Wald vorkommt. Aus dem Englischen bekannt als Chop-and-Drop-System − also dem „Hacken-und-Fallenlassen-System“. Hierbei entsteht zugleich die Gelegenheit, die Erde aufzubessern und gegebenenfalls ihren Charakter zu verändern. Gemeint ist der Wandel einer lehmigen Schicht in lockeren Humus oder eines Sandbodens in weniger durchlässige Masse.

Um einen lehmigen Boden mit wenig Aufwand aufzulockern, gibt es unter anderem folgende Methode. In die Erde mit einer Harke eine Rinne ziehen und diese gut wässern. Wer Holzkohle zur Hand hat, kann sie jetzt in einer dünnen Schicht hinein streuen. Die Kohle dient hier durch ihre erweiterte Oberfläche als Wasserspeicher. So vorbereitet, kommt das angesammelte Material aus dem Garten in die Vertiefung und wird wieder mithilfe einer Harke mit der zuvor entfernten Erde bedeckt. Im Anschluss wird das Ganze gemulcht, also mit dem letzten Rasenschnitt, Blätter, Stroh oder Ähnliches abgeschlossen. Den Winter über darf nicht vergessen werden, zu gießen, wenn es sich um ein Gewächshaus handelt. Aber auch draußen im trocknen, kalten Winter freuen sich der Boden und seine Bewohner über Wasser.

Einen sandigen Boden mit Nährstoffen zu versehen, ist etwas schwieriger. Die größte Herausforderung dabei ist die Durchlässigkeit. Es wird oft gemulcht, gedüngt und trotzdem bleiben diesen Flächen die Nährstoffe fern, sie werden weggespült. Es gibt auch hier sicherlich viele verschiedene Methoden, um dies zu verhindern. Bleibt man jedoch bei dem hier beschriebenen Schichtsystem, so ist darauf zu achten, daß der Boden seine Schichtung behält.

Als erstes ist es wichtig, einen Schutz gegen das Wegspülen der Nährstoffe zu schaffen. Dies geht, indem eine Lehmpulverschicht und aktive Holzkohle miteinander vermischt und aufgebracht werden. Diese Schicht wird befeuchtet, damit sie sich verklebt. Jetzt wird der Gartenabfall darauf geschichtet. Soweit noch vorhanden, kann hier obenauf noch Lehmpulver, Dolomitgestein oder ein wenig Kalk gestreut werden. Somit entsteht über die Zeit eine komplett neue Erde, die durch Transformation der Inhalte in den Schichten ein humusreiches Ergebnis liefert, welches durch die Lehmzugabe in sich zusammengehalten wird. Bei Bedarf kann dieser Vorgang jedes Jahr wiederholt werden, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Wofür man sich entscheidet, bei beiden Methoden tun wir dem Boden und den dort lebenden Organismen etwas Gutes. Die Mikroorganismen, aber auch unsere größeren Freunde − der Regenwurm oder die Kellerassel − verwerten nun die Stoffe zu Humus. Im Frühjahr, wenn die Gartenzeit wieder losgeht, kann sofort Gemüse angebaut werden. Es braucht kein Umgraben und auch keinen Dünger mehr. Also, liebe Gartenfreunde, los geht’s!

[KPL]

Quellenverweise.

Gartenarbeit im Herbst.

https://www.wurzelwerk.net/gemuesegarten-gemuese-pflanzen-gartenarbeit-im-herbst/

Kompostieren im Garten.

https://www.nachhaltigleben.ch/garten/richtig-kompostieren-im-eigenen-garten-einfache-anleitung-2393

Hacken und fallenlassen im Garten.

https://glutencafe.com/hacken-und-fallenlassen-fur-einen-besseren-garten-warum-und-wie/

Weitere Quellen:

https://www.youtube.com/watch?v=ThmfZJoi66I


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